Konsum
Die beunruhigenden Folgen des Klimawandels wie Wasserknappheit, Wüstenbildung und Verlust der biologischen Vielfalt bringen nicht nur ökologische und soziale Folgen mit sich, sondern auch ökonomische. Der britische Ökonom Sir Nicholas Stern prognostiziert bei steigender Erderwärmung ein Sinken der weltweiten Wirtschaftskraft um 20 Prozent. Investitionen in Klima- und Umweltschutztechniken können nicht nur die Folgen des Klimawandels positiv beeinflussen, sie lohnen sich auch für private Investoren.
Durch eine schärfere Gesetzgebung und staatliche Förderungen birgt gerade diese Branche ein großes Marktpotenzial und interessante Investitionsmöglichkeiten. Die Technologien sind innovativ, bieten zukunftsfähige Arbeitsplätze und stellen dank steigender Nachfrage einen lukrativen Markt dar. Trotzdem ist die in neue Technologien investierte Kapitalsumme vergleichsweise gering: Nur etwa 3 Prozent werden weltweit in umweltfreundlichen Kapitalmarktprodukten angelegt. Aber Angebot und Nachfrage steigen: Die Anbieter schätzen den rentablen grünen Geldanlagenmarkt allein in Deutschland auf jährlich 60 bis 80 Milliarden Euro.
Banken und Finanzdienstleister bieten mittlerweile ausführliche Informationen über Kapitalanlagen zu den klimarelevanten Themen. Privatanleger können zwischen Fonds, neuen Indizes, Zertifikaten und strukturierten Produkten im grünen Sektor wählen. Vielen Bürgern fällt die Auswahl dennoch schwer. Die Angebotspalette erscheint intransparent, da es kein Qualitätssiegel gibt, das die Standards einer „grünen Investition“ verbindlich regelt. Man möchte zwar Geld investieren und etwas Gutes für die Umwelt tun, aber auch kein Geld verlieren! Vor der Auswahl muss jeder Anleger darum nebst den üblichen Fragen zur Geldanlage bezüglich Sicherheit, Flexibilität und Ertrag zusätzlich festlegen, wie umweltbewusst er investieren möchte. Daraufhin ist kritisch zu prüfen, ob die angebotenen Finanzprodukte diese Kriterien auch wirklich erfüllen.
Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.
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